20. März 2024

Seit 75 Jahren gibt es den Tischtennissport in BŁttel – allerdings mit zwei Pausen.
Fotos: Archiv/TSV Büttel-Neuenlande


Abteilung: Jubiläum in Büttel

Seit 75 Jahren Tischtennis

VON CHRISTOPH BOHN

BÜTTEL. Dieser Tag ging fast völlig unbemerkt vorbei – dabei ist der 5. Februar ein ganz besonderes Datum für die Tischtennisabteilung: ihr Geburtstag. In diesem Jahr wurde sie 75 Jahre alt.

Allerdings wurde Tischtennis in Büttel nicht durchgehend gespielt. Es brauchte drei Anläufe für einen steten Spielbetrieb.

1949 gegründet

Es war Sonnabend, 5. Februar 1949, auf der Jahreshauptversammlung des TSV Büttel-Neuenlande, als sich am Ende der Versammlung Sportwart Wilhelm Gerken zu Wort meldete. Sein Antrag dürfte die 33 anderen Teilnehmer überrascht haben: die Gründung einer Tischtennis-Abteilung.

Damals war das sicherlich eine kleine Sensation, bestand das Sportleben bisher hauptsächlich aus Turnen und noch etwas Fußball. Trotzdem wurde der Antrag einstimmig beschlossen: die Geburtsstunde des Tischtennissports in Büttel.

Beweggründe unklar

"Was ihn dazu bewegte, diesen Antrag zu stellen, bleibt im Dunkeln. Denn selbst gespielt haben soll der Schuster nicht. Ebenso unklar ist, warum die Mitglieder ohne Murren zustimmten. Vielleicht taten sie es sogar mit einem mitleidigen Lächeln, da sie diesem Sport sowieso keine Zukunft gaben", heißt es in der Chronik der Abteilung.

Die fünf bis sechs jungen Spieler legten auf dem Saal des Oldenburger Hofs fleißig los - und ernteten sofort einen Tadel vom Verein: Sie trainierten zu oft – mehr als die zugestandenen zwei Abende pro Woche.

Tadel für zu viel Training

"Es kann nicht angehen, dass vier oder fünf Mal in der Woche gespielt wird", heißt es in dem Protokoll der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 21. Juli 1949.

Am 6. Februar 1950 übernahm Otto Richter den Vorsitz der Abteilung und wurde erster Abteilungsleiter. Wenn auch nur für kurze Zeit: am 8. Januar 1951 schläft der Sport ein.

Zweiter Versuch 1966

"Wahrscheinlich hat das Interesse nachgelassen", vermutet er in der Abteilungschronik. Erst am 25. März 1966 ging es weiter: mit Egon Gerken als Abteilungsleiter.

Diesmal hielten die Tischtennisspieler bis 1971 durch. Und sie bestritten sogar Freundschaftsspiele und spielten zwei Saisons sogar Punktspiele.

Neue Turnhalle gibt Startschuss

Am 18. Juni 1982 ging es dann richtig los mit Tischtennis in Büttel. Die neue Turnhalle wurde eingeweiht, und danach startete das Training durch.

So entwickelte sich die Abteilung über Jahrzehnte, blühte zwischendurch richtig auf. Teilweise gab es sieben Jugend- und vier Herrenmannschaften.

Viele Erfolge gefeiert

Große Erfolge waren ein Mädchenteam in der Niedersachsenliga und viele Meisterschaften. Zudem gelang der Ersten Herren mehrfach der Aufstieg in die Bezirksliga – Büttel wurde zu einer Hochburg des Tischtennissports im Kreis Cuxhaven.

Mittlerweile hat sich alles wieder relativiert. Die Abteilung gibt es aber immer noch: mit zwei Herren-Teams und einer Jungen-19-Mannschaft.

Hoffen auf neue Blütepase

Und geht es nach den Aktiven, kann die Abteilung noch gerne weitere 75 Jahre bestehen. Vielleicht gibt es ja sogar eine weitere Blütephase.


siehe auch:
Abteilungschronik bis 2009